- Ein Dienstplan im Einzelhandel ist die verbindliche Zuordnung von Verkaufskräften zu Öffnungs- und Stoßzeiten einer Filiale – abgeleitet aus der Kundenfrequenz, nicht aus dem Bauchgefühl.
- Der Personalbedarf entsteht aus Kassen- und Umsatzdaten: Im Beispiel einer Filiale mit 9–20-Uhr-Öffnung ergeben sich 22 Besetzungsstunden am Montag, aber 39 am Samstag.
- Samstagsdienste verteilen Sie am fairsten über eine feste Rotation – bei vier Verkäuferinnen arbeitet jede nur jeden zweiten Samstag.
- Der Samstag ist arbeitsrechtlich ein normaler Werktag; verkaufsoffene Sonntage sind Ausnahmefälle nach Landesrecht und brauchen gesonderte Zuschlags- und Ausgleichsregeln.
- Seit dem BAG-Beschluss vom 13.09.2022 müssen auch Filialbetriebe Beginn, Ende und Dauer der Arbeitszeit erfassen; bei Minijobbern gilt zusätzlich § 17 MiLoG mit Sieben-Tage-Frist.
Was macht die Dienstplanung im Einzelhandel besonders?
Die Dienstplanung im Einzelhandel ist besonders, weil stark schwankende Kundenfrequenz, lange Öffnungszeiten und mehrere Filialen gleichzeitig abgedeckt werden müssen. Vier Punkte prägen den Planungsalltag:
- Stoßzeiten: Samstage, Feierabend und Aktionstage brauchen mehr Personal.
- Lange Öffnungszeiten: Früh- und Spätschichten müssen fair rotieren.
- Mehrere Filialen: Standortübergreifende Planung und Aushilfen-Pools.
- Mitarbeiterbindung: Faire, planbare Dienste senken die Fluktuation.
Wie leite ich den Personalbedarf aus der Kundenfrequenz ab?
Den Personalbedarf leiten Sie aus Kassen- und Umsatzdaten ab: Sie zeigen, wann wie viele Kräfte auf der Fläche gebraucht werden. Daraus entstehen Stundenkontingente je Wochentag, die als Planvorlage dienen. So steht mehr Personal am Samstagmittag statt am ruhigen Dienstagvormittag.
| Wochentag | Grundbesetzung | Stoßzeiten-Zuschlag | Besetzungsstunden |
|---|---|---|---|
| Montag–Mittwoch | 2 Kräfte × 11 Std. | – | je 22 Std. |
| Donnerstag | 2 Kräfte × 11 Std. | + 3 Std. (Abendgeschäft) | 25 Std. |
| Freitag | 2 Kräfte × 11 Std. | + 6 Std. (Nachmittag) | 28 Std. |
| Samstag | 3 Kräfte × 11 Std. | + 6 Std. (Mittag bis Nachmittag) | 39 Std. |
Beispielwerte: zusammen 158 Besetzungsstunden pro Woche – bei 30-Stunden-Verträgen gut fünf Vollzeitäquivalente plus Ausfallpuffer. Die Rechenmethode erklärt der Ratgeber Dienstplan erstellen.
Wie verteile ich Samstagsdienste fair?
Samstagsdienste verteilen Sie am fairsten über eine feste Rotation: Bei vier Verkäuferinnen arbeitet jede nur jeden zweiten Samstag, zwei sind jeweils im Dienst. Die Rotation steht transparent im Plan, Tauschwünsche laufen dokumentiert über die App – so entsteht kein Gefühl von Bevorzugung.
| Mitarbeiter | Sa 1 | Sa 2 | Sa 3 | Sa 4 |
|---|---|---|---|---|
| Anna | Dienst | frei | Dienst | frei |
| Ben | Dienst | frei | frei | Dienst |
| Carla | frei | Dienst | Dienst | frei |
| Deniz | frei | Dienst | frei | Dienst |
Rechtlich ist der Samstag ein normaler Werktag; die Grenzen setzen Arbeitszeitgesetz, Arbeitsvertrag und die Ladenöffnungsgesetze der Bundesländer. Wichtig ist deshalb die betriebliche Fairness-Regel – und ihre konsequente Dokumentation im Plan. Verkaufsoffene Sonntage sind Ausnahmefälle nach Landesrecht und brauchen gesonderte Zuschlags- und Freizeitausgleichsregeln.
Wie planen Sie fair und effizient?
Fair und effizient planen Sie, indem Sie Stoßzeiten datenbasiert besetzen, Wunschfrei und Samstagsdienste transparent verteilen und Plan- wie Ist-Zeiten im selben System führen. Sechs Punkte gehören auf die Checkliste:
- Stoßzeiten datenbasiert besetzen statt nach Bauchgefühl
- Wunschfrei und Verfügbarkeiten berücksichtigen
- Samstagsdienste gleichmäßig verteilen
- Schichttausch per App ermöglichen
- Stundenkontingente je Verkaufstag aus Frequenzdaten ableiten
- Arbeitszeiten im selben System erfassen (BAG-Pflicht seit 13.09.2022)
Für Filialketten bietet Aplano im Pro-Tarif unbegrenzte Standorte, standortübergreifende Aushilfen-Pools und mobile Verfügbarkeiten – bei automatischer Ruhezeit-Prüfung. Springt eine Aushilfe in einer anderen Filiale ein, bleiben Stundenkonto und Ruhezeiten zentral im Blick.
Empfehlung der Redaktion
Preis-Leistungs-SiegerFür die meisten Betriebe ist Aplano die beste Dienstplan-App: Echtzeit-Planer mit Drag & Drop, Schichttausch und offene Schichten per App, integrierte Zeiterfassung und automatische Warnungen bei Ruhezeit-Konflikten – ab 0,50 € pro Mitarbeiter und Monat, monatlich kündbar. Auf Capterra erreicht Aplano 4,8 von 5 Punkten (113 Bewertungen).
Häufige Fragen
Welche Dienstplan-App eignet sich für den Einzelhandel?
Apps mit Mehr-Standort-Unterstützung, mobiler Verfügbarkeitsabfrage und Schichttausch. Aplano bietet im Pro-Tarif unbegrenzte Standorte und eignet sich damit auch für Filialketten.
Wie plane ich Samstagsdienste fair?
Indem Sie Samstagsdienste gleichmäßig über das Team rotieren lassen und Wunschfrei berücksichtigen. Software macht die Verteilung transparent und nachvollziehbar.
Kann eine App mehrere Filialen abbilden?
Ja. Lösungen wie Aplano ermöglichen standortübergreifende Planung und gemeinsame Aushilfen-Pools, sodass Personal flexibel zwischen Filialen eingesetzt werden kann.
Wie weit im Voraus sollte der Dienstplan im Einzelhandel stehen?
Eine gesetzliche Frist gibt es nicht; als Orientierung dient die Vier-Tage-Regel aus § 12 Abs. 3 TzBfG, die unmittelbar nur für Arbeit auf Abruf gilt. Im Handel haben sich zwei bis vier Wochen Vorlauf bewährt, damit Beschäftigte Familie und Freizeit planen können. Tarifverträge des Einzelhandels können eigene, vorrangige Fristen enthalten.
Was kostet eine Dienstplan-App für eine Filiale mit 15 Mitarbeitern?
Bei Aplano kostet eine 15-Personen-Filiale 7,50 € im Monat im Core-Tarif und 67,50 € im Pro-Tarif – inklusive Zeiterfassung und unbegrenzter Standorte (Stand Juli 2026). Zum Vergleich: Planday Plus läge mit Grundgebühr bei 99,85 €, Papershift Premium bei 129,00 € monatlich.
Müssen Verkäufer jeden Samstag arbeiten?
Der Samstag ist arbeitsrechtlich ein normaler Werktag; ohne besondere Vertrags- oder Tarifregel dürfen Samstagsdienste angeordnet werden. Fair und üblich ist eine dokumentierte Rotation, bei der niemand jeden Samstag arbeitet und Wünsche berücksichtigt werden.
Wie hilft eine Dienstplan-App bei Aktionstagen?
Aktionswochen lassen sich als eigene Planvorlagen mit erhöhter Besetzung speichern. Zusätzliche Schichten schreiben Sie als offene Schichten aus – Aushilfen aus dem Filial-Pool bewerben sich per App, die Ruhezeiten werden automatisch geprüft.
Gilt die Zeiterfassungspflicht auch im Einzelhandel?
Ja. Seit dem BAG-Beschluss vom 13.09.2022 müssen alle Arbeitgeber Beginn, Ende und Dauer der Arbeitszeit erfassen – auch Filialbetriebe. Beschäftigen Sie Minijobber, gilt zusätzlich die Aufzeichnungspflicht nach § 17 MiLoG mit Sieben-Tage-Frist.
Über die Autorin: Dr. Katharina Müller ist Arbeitswissenschaftlerin und Expertin für Personalplanung, Arbeitszeitgestaltung und Workforce Management.
Quellen
- Aplano – Dienstplanung: aplano.de
- BAG, Beschluss vom 13.09.2022 – 1 ABR 22/21: bundesarbeitsgericht.de · Mindestlohngesetz (§ 17 MiLoG): gesetze-im-internet.de