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Schicht-Lexikon

Ampelkonto

Grün, Gelb, Rot für das Stundenkonto: wie ein Ampelkonto Über- und Minusstunden steuerbar macht, bevor sie zum Problem werden.

Aktualisiert am 4. August 2026·Redaktion

Ein Ampelkonto ist ein Arbeitszeitkonto, dessen Saldo in drei farblich markierte Zonen eingeteilt wird: Grün steht für einen unkritischen Kontostand, Gelb signalisiert Handlungsbedarf, Rot verlangt verbindliche Gegenmaßnahmen. Der Zweck: Über- und Minusstunden werden gesteuert, solange sie noch klein sind – statt am Jahresende über verfallende Stundenberge zu verhandeln.

So funktioniert ein Ampelkonto in der Praxis

Grundlage ist ein gewöhnliches Arbeitszeitkonto: der fortlaufende Saldo aus Soll-Stunden laut Dienstplan und Ist-Stunden laut Zeiterfassung. Das Ampelkonto ergänzt dieses Konto um Schwellenwerte und – entscheidend – um klare Zuständigkeiten je Zone: In der grünen Zone steuert der Mitarbeiter seinen Saldo selbst, in der gelben Zone müssen Führungskraft und Mitarbeiter gemeinsam einen Abbau- oder Aufbauplan vereinbaren, in der roten Zone sind verbindliche Maßnahmen im nächsten Dienstplan Pflicht – etwa Freizeitausgleich oder geänderte Schichtzuteilung.

Die konkreten Grenzwerte legt jeder Betrieb selbst fest, üblicherweise in einer Betriebsvereinbarung. Ein rein illustratives Beispiel: grüne Zone bis ±20 Stunden, gelbe Zone bis ±40 Stunden, darüber Rot. Wichtiger als die exakten Zahlen ist, dass beide Richtungen erfasst werden – auch ein hoher Minusstand ist ein Steuerungsfall, kein Privatproblem des Mitarbeiters.

Rechtlicher Rahmen

Ein Arbeitszeitkonto – und damit auch seine Ampel-Variante – muss arbeits- oder tarifvertraglich vereinbart sein; ohne Vereinbarung dürfen insbesondere Minusstunden nicht einseitig aufgebaut werden. In Betrieben mit Betriebsrat wird die Ausgestaltung typischerweise in einer Betriebsvereinbarung geregelt, denn Fragen der Arbeitszeitverteilung unterliegen der Mitbestimmung (§ 87 BetrVG). Belastbar ist ein Ampelkonto zudem nur mit sauberen Ist-Zeiten: Seit dem BAG-Beschluss vom 13.09.2022 (1 ABR 22/21) müssen Arbeitgeber die tatsächlich geleisteten Arbeitszeiten ohnehin dokumentieren – der Dienstplan allein genügt nicht.

Faustregel für die Zonengrenzen

Die gelbe Zone so schneiden, dass sich der Saldo innerhalb eines Planungszeitraums – etwa eines Monatsplans – wieder in die grüne Zone zurückführen lässt. Grenzen, die erst bei dreistelligen Salden Alarm schlagen, machen die Ampel wirkungslos, weil Gegensteuern dann Monate dauert.

Ampelkonto in der Dienstplan-Software

Software mit integrierter Zeiterfassung führt Stundenkonten automatisch: Geplante und gestempelte Zeiten stehen nebeneinander, der Saldo läuft je Mitarbeiter fortlaufend mit und ist für Planung und Beschäftigte gleichermaßen sichtbar. Aplano etwa berechnet Überstunden automatisch und zeigt Stundenkonten in Web und App an – die Basis, auf der sich ein Ampelmodell betreiben lässt.

Häufige Fragen zu Ampelkonto

Wozu dient ein Ampelkonto?

Es macht Arbeitszeitsalden frühzeitig steuerbar: Statt Überstundenberge oder hohe Minusstände am Jahresende zu verhandeln, definieren die drei Zonen klare Schwellen, ab denen gegengesteuert werden muss – mit festen Zuständigkeiten für Mitarbeiter und Führungskraft.

Wer legt die Zonengrenzen eines Ampelkontos fest?

Der Betrieb – üblicherweise in einer Betriebsvereinbarung, denn die Verteilung der Arbeitszeit unterliegt der Mitbestimmung des Betriebsrats (§ 87 BetrVG). Gesetzlich vorgegebene Zonengrenzen gibt es nicht.

Was passiert in der roten Zone?

Rot bedeutet verbindlichen Handlungszwang: Der nächste Dienstplan muss konkrete Maßnahmen enthalten, etwa Freizeitausgleich, reduzierte Zusatzdienste oder bei Minusständen zusätzliche Einsätze. Die rote Zone ist kein Dauerzustand, sondern ein Rückführungsauftrag.

Ist ein Ampelkonto gesetzlich vorgeschrieben?

Nein. Es ist ein freiwilliges Steuerungsmodell. Voraussetzung ist aber ein wirksam vereinbartes Arbeitszeitkonto: Ohne arbeits- oder tarifvertragliche Grundlage dürfen Minusstunden nicht einseitig aufgebaut werden – und ohne dokumentierte Ist-Zeiten fehlt dem Konto die Datenbasis.

Weiterführend: Zuschläge im Dienstplan · Software-Kosten · Glossar